Lidl Österreich streicht von 1.–24. Dezember 2025 die Mehrwertsteuer auf über 100 Lebensmittel. Was gilt, wie viel Sie sparen und was das für den Markt bedeutet. Am 29. November 2025 erreicht diese Ankündigung die heimische Öffentlichkeit und sorgt rechtzeitig vor dem ersten Advent für Gesprächsstoff in ganz Österreich. Die befristete Aktion gilt österreichweit in allen Filialen und zielt auf das Einkaufsbudget vieler Haushalte ab, die rund um die Feiertage besonders gefordert sind. Dabei übernimmt Lidl Österreich die Rabattkosten vollständig und verzichtet laut eigener Aussage auf Marge. Die Aktion ist deutlich gekennzeichnet, betrifft unterschiedliche Sortimentsbereiche und reicht von Grundnahrungsmitteln bis zu festlichen Spezialitäten. In einer Zeit, in der Lebensmittelpreise und Haushaltsbudgets im Fokus stehen, ist der Schritt marktrelevant – mit potenziellen Auswirkungen auf Konkurrenz, Konsumverhalten und Preiswahrnehmung in der Adventszeit.
Mehrwertsteuer-Streichung bei Lebensmitteln: Hintergründe, Regeln und Wirkung
Der Ausgangspunkt ist eine Presseaussendung von Lidl Österreich. Die Kernaussage: Auf mehr als 100 Artikel entfällt zwischen 1. und 24. Dezember 2025 die Mehrwertsteuer, faktisch getragen vom Unternehmen. Die Auswahl reicht laut Mitteilung von Frischfleisch und Milchprodukten über Aufstriche und Knabbereien bis zu Wein, Kaffee und Süßwaren. Alle reduzierten Produkte sind vor Ort am Preisschild markiert. Quelle: APA-OTS, Lidl Österreich.
Die Aktion ist Teil einer länger laufenden Preisstrategie. Schon seit Jahresbeginn habe Lidl Österreich nach eigenen Angaben über 1.500 Produkte nachhaltig im Preis gesenkt. Das Unternehmen betont, dass die Preissenkungen nicht auf Kosten von Lieferanten oder Qualität gehen und dass die ausbleibende Mehrwertsteuer unternehmensseitig kompensiert wird. Damit verstärkt der Diskonter seine Positionierung als Preisführer am heimischen Lebensmittelmarkt und versucht, in der umsatzstarken Adventszeit zusätzliche Kaufanreize zu setzen.
Fachbegriffe erklärt: Mehrwertsteuer (MwSt.)
Die Mehrwertsteuer ist eine Verbrauchsteuer, die in Österreich auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen erhoben wird. Sie wird prozentual auf den Nettoverkaufspreis aufgeschlagen und vom Endkunden bezahlt, aber vom Unternehmen an das Finanzamt abgeführt. Es gibt den Normalsteuersatz von 20 Prozent und ermäßigte Sätze, unter anderem 10 Prozent für viele Lebensmittel. Bei 10 Prozent Mehrwertsteuer wird ein Nettopreis von 1,00 Euro zu einem Bruttopreis von 1,10 Euro. Nimmt ein Händler die Steuer während einer Aktion auf eigene Rechnung, sinkt der Kassenpreis entsprechend. Wichtig: Die rechtliche Steuerpflicht bleibt bestehen; wirtschaftlich wird sie im Aktionszeitraum durch den Händler kompensiert. Weitere Informationen bietet das Bundesministerium für Finanzen: bmf.gv.at.
Fachbegriffe erklärt: Preisführerschaft
Preisführerschaft beschreibt die Position eines Unternehmens, das in einer Branche oder einem Marktsegment dauerhaft die niedrigsten Preise oder das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet und diese Rolle kommunikativ wie operativ behauptet. Im Lebensmittelhandel wird Preisführerschaft über effiziente Logistik, schlanke Strukturen, standardisierte Sortimente und regelmäßige Preisaktionen angestrebt. Preisführerschaft ist nicht nur Marketing, sondern auch eine Kosten- und Organisationsfrage: Wer am effizientesten einkauft, verarbeitet, transportiert und verkauft, kann niedrige Preise nachhaltiger finanzieren. Gleichzeitig geht es um Glaubwürdigkeit am Regal: Kundinnen und Kunden sehen am Preisschild, ob der Anspruch durchgängig eingelöst wird.
Fachbegriffe erklärt: Preisoffensive
Als Preisoffensive bezeichnen Handelsunternehmen gebündelte Maßnahmen, mit denen Preise sichtbar gesenkt oder mit Promotions flankiert werden. Dazu zählen dauerhafte Reduktionen, zeitlich befristete Aktionen, Multi-Buy-Mechaniken oder Extraprozente. Eine Preisoffensive hat die Ziele, Frequenz zu erhöhen, Warenkörbe zu vergrößern und Marktanteile zu gewinnen. Im Weihnachtsgeschäft verstärken Händler solche Aktionen, weil sich Konsum und Vorratskäufe verdichten. Preisoffensiven funktionieren nur, wenn Prozesse, Wareneinsatz und Konditionen so gestaltet sind, dass sie wirtschaftlich tragfähig bleiben.
Fachbegriffe erklärt: Marge
Die Marge ist die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, bereinigt um variable Kosten. Im Handel finanziert die Marge Betriebskosten wie Personal, Miete, Energie, Logistik sowie Marketing und Investitionen. Wenn ein Unternehmen erklärt, im Rahmen einer Aktion auf Marge zu verzichten, bedeutet das, dass der Verkaufspreis temporär so niedrig angesetzt wird, dass die Gewinnspanne schrumpft oder auf Null fällt. Bei einer Mehrwertsteuerkompensation trägt das Unternehmen die Steuerlast wirtschaftlich selbst, um den Kassenpreis zu reduzieren. Solche Schritte sind typischerweise zeitlich begrenzt, um die Profitabilität nicht dauerhaft zu gefährden.
Fachbegriffe erklärt: AMA-Gütesiegel
Das AMA-Gütesiegel ist ein österreichisches Qualitäts- und Herkunftszeichen der Agrarmarkt Austria. Es kennzeichnet Lebensmittel, die definierte Produktions-, Qualitäts- und Kontrollanforderungen erfüllen. Für Konsumentinnen und Konsumenten signalisiert das Siegel nachvollziehbare Herkunft, regelmäßige Überprüfung und bestimmte Standards entlang der Wertschöpfungskette. Im Handel ist das AMA-Zeichen ein wichtiger Anker für Vertrauen, insbesondere bei Fleisch, Milchprodukten und Backwaren. Wenn Aktionstabellen AMA-Produkte wie Semmeln, Milch oder Butter anführen, verbinden sich Preisargumente mit Qualitäts- und Herkunftsaspekten, was für die Kaufentscheidung relevant sein kann.
Fachbegriffe erklärt: Verbraucherpreisindex (VPI) und HICP
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung der Konsumausgaben privater Haushalte. Er zeigt, wie sich ein repräsentativer Warenkorb über die Zeit verteuert oder verbilligt. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HICP) ist eine EU-weit vergleichbare Variante. Für die Lebenswirklichkeit bedeutet ein steigender VPI, dass Haushalte für den gleichen Warenkorb mehr bezahlen müssen. Nahrungsmittel haben im Index ein substanzielles Gewicht, weshalb Preisaktionen in diesem Bereich kurzfristig Entlastung bringen können. Detaillierte Daten veröffentlicht Statistik Austria: statistik.at.
Fachbegriffe erklärt: Sortimentsbereich
Ein Sortimentsbereich fasst Warengruppen zusammen, die in einem Marktsegment gemeinsam geführt, disponiert und beworben werden, etwa Frische, Molkereiprodukte, Brot und Backwaren, Konserven, Getränke, Tiefkühl, Süßwaren oder Wein und Spirituosen. Für Konsumentinnen und Konsumenten sind Sortimentsbereiche die logische Struktur eines Marktes. Für Händler sind sie Steuerungshebel für Einkauf, Flächenmanagement, Preisstrategie und Aktionen. Wenn eine Mehrwertsteuer-Streichung viele Sortimentsbereiche abdeckt, erhöht das die Sichtbarkeit im Markt und die Chance, dass Kundinnen und Kunden den Effekt im gesamten Einkauf wahrnehmen.
Zahlen, Recht und Einordnung der Aktion
Die wesentlichen Eckpunkte: Zeitraum 1. bis 24. Dezember 2025; mehr als 100 betroffene Artikel; Kennzeichnung an Preisschildern; Kostentragung laut Unternehmen durch Lidl Österreich; Einbettung in eine Reihe bereits erfolgter Preissenkungen auf über 1.500 Produkte seit Jahresbeginn. Rechtlich bleibt die Mehrwertsteuer unverändert geschuldet; wirtschaftlich wird sie aber durch den Händler kompensiert. In Österreich gilt für die meisten Lebensmittel ein ermäßigter Steuersatz von 10 Prozent. Für Alkohol wie Wein oder Champagner sowie für manche Genussmittel liegt der Satz bei 20 Prozent. Entsprechend unterscheiden sich die realen Preisnachlässe an der Kasse: Bei 10 Prozent MwSt. entspricht die Ersparnis rund 9,09 Prozent vom Bruttopreis (Beispiel: 1,10 Euro brutto werden 1,00 Euro). Bei 20 Prozent MwSt. liegt die Ersparnis bei rund 16,67 Prozent vom Bruttopreis (Beispiel: 1,20 Euro werden 1,00 Euro).
Wichtig ist die Transparenz: Laut Mitteilung sind alle Aktionsartikel am Regal klar gekennzeichnet. Das erleichtert die Orientierung und erfüllt zugleich die Erwartungen an eine sachgerechte Verbraucherinformation in Österreich. Für die Marktbeobachtung interessant: Der Aktionszeitraum deckt mit Advent und Weihnachten traditionell einen Peak im Lebensmitteleinzelhandel ab, in dem Frequenz und Warenkörbe über dem Jahresdurchschnitt liegen.
Historischer Kontext: Preise, Steuern und Handel seit der Pandemie
Seit 2020 haben sich Rahmenbedingungen für Haushalte und Handel stark verändert. Pandemiebedingte Lieferkettenbrüche, Rohstoffschwankungen und Energiepreise sorgten in Europa für deutlich anziehende Teuerungsraten. In Österreich stiegen die Verbraucherpreise ab 2021 spürbar; 2022 wurde eine ausgeprägte Hochinflationsphase erreicht. Viele Haushalte reagierten mit Anpassungen im Einkaufsverhalten: Eigenmarken bekamen zusätzlichen Rückenwind, Aktionen wurden intensiver genutzt, und der Preisvergleich gewann weiter an Bedeutung. Im Jahr 2023 blieb das Preisniveau erhöht, auch wenn sich die Teuerungsdynamik im Laufe von 2024 tendenziell abschwächte. Die großen Handelsketten reagierten mit Preisrunden, Fixpreis-Aktionswochen und Kommunikationskampagnen, in denen das Preis-Leistungs-Verhältnis betont wurde.
Die Mehrwertsteuer als fiskalisches Instrument blieb in Österreich im Lebensmittelsegment stabil. Im Unterschied zu temporären Mehrwertsteuersenkungen in einzelnen Ländern während der Pandemie (etwa in Deutschland auf bestimmte Bereiche) gab es im österreichischen Lebensmittelhandel keine generelle, staatlich beschlossene MwSt.-Senkung auf Waren im Supermarkt. Aktionen, in denen Unternehmen die Mehrwertsteuer wirtschaftlich kompensieren, sind daher unternehmensgetriebene Maßnahmen. Sie knüpfen an den wettbewerblichen Kern des Diskont- und Vollsortimentgeschäfts an: Effizienzgewinne und temporäre Margenverzichte sollen Kundinnen und Kunden im Preis unmittelbar erreichen.
Vergleich: Österreichs Bundesländer, Deutschland und die Schweiz
Innerhalb Österreichs gilt ein einheitliches Mehrwertsteuersystem. Das heißt: Kundinnen und Kunden in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und im Burgenland profitieren gleichermaßen von der Aktion, da der Steuersatz nicht regional variiert. Unterschiede im Einkauf entstehen eher aus regionaler Sortenvielfalt, Lieferlogistik und lokaler Wettbewerbssituation, nicht aus steuerlichen Divergenzen. Für die konkrete Aktion bedeutet das: Die kommunizierten Rabatte sind österreichweit vergleichbar und an der Filiale klar erkennbar.
Der Blick nach Deutschland zeigt: Dort liegt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Lebensmittel bei 7 Prozent, der Regelsteuersatz bei 19 Prozent. Eine Händleraktion, die die Mehrwertsteuer wirtschaftlich kompensiert, hätte folglich andere Prozentwerte an der Kasse. Bei 7 Prozent wäre der Rabatt auf den Bruttopreis rund 6,54 Prozent. Bei 19 Prozent entspräche er rund 15,97 Prozent. Die Schweiz arbeitet mit einem reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Güter des täglichen Bedarfs von 2,6 Prozent (Stand 2024), während der Normalsatz 8,1 Prozent beträgt. Verglichen mit Österreichs 10 Prozent reduziertem Satz sind Lebensmittel in der Schweiz steuerlich deutlich niedriger belastet, was die relative Wirkung einer Händlerkompensation verringern würde. Österreich liegt somit im Mittelfeld zwischen Deutschland und der Schweiz: höher als die Schweiz, höher als Deutschland bei Lebensmitteln, jedoch niedriger als deren Normalsatz und deutlich unter dem österreichischen 20-Prozent-Satz für alkoholische Getränke.
Bürger-Impact: Was bedeutet das für den Einkauf?
Für Haushalte zählt am Ende der Kassenbon. Die Mehrwertsteuerkompensation durch Lidl Österreich bedeutet, dass sich der Bruttopreis am Regal im Aktionszeitraum spürbar reduziert. Besonders relevant ist das bei Grundnahrungsmitteln und beliebten Festtagsartikeln. Beispiele:
- Milch und Butter (typisch 10 Prozent MwSt.): Ersparnis am Kassenbon etwa 9,09 Prozent gegenüber dem Normalpreis.
- Käse, Schinken, Frankfurter (regelmäßig 10 Prozent MwSt.): ebenfalls rund 9,09 Prozent weniger auf den Bruttopreis.
- Wein oder Champagner (20 Prozent MwSt.): Ersparnis rund 16,67 Prozent am Bruttopreis.
- Kaffee (im Handel in der Regel 20 Prozent MwSt.): ebenfalls rund 16,67 Prozent Ersparnis.
Eine Beispielkalkulation, ohne konkrete Lidl-Preise zu unterstellen: Wer einen Warenkorb mit zehn Artikeln mischt, etwa sechs Produkte mit 10 Prozent MwSt. und vier Produkte mit 20 Prozent MwSt., erzielt eine gewichtete Rabattwirkung, die über den gesamten Bon zwischen rund 9 und bis zu knapp 17 Prozent liegen kann, je nachdem, wie der Warenkorb zusammengesetzt ist. Für Familien, die in der Adventzeit größere Mengen einkaufen, kann das mehrere Euro pro Einkauf ausmachen. Wichtig: Maßgeblich sind die tatsächlich ausgezeichneten Aktionsartikel und deren jeweiliger Steuersatz.
Zahlen und Fakten aus der Presseaussendung
Die Presseaussendung nennt explizit folgende Punkte:
- Mehr als 100 Artikel mit wirtschaftlicher Mehrwertsteuer-Streichung.
- Aktionszeitraum: 1. bis 24. Dezember 2025, österreichweit.
- Über 1.500 Produkte bereits seit Jahresbeginn im Preis gesenkt.
- Volle Kostentragung der Rabatte durch Lidl Österreich, Verzicht auf Marge laut Unternehmen.
- Klare Kennzeichnung der Aktionspreise an den Preisschildern.
Eine Auswahl der reduzierten Artikel laut Quelle:
- AMA Semmerl
- Alpengut AMA längerfrisch Vollmilch (1 Liter)
- Grafschafter Sandwich Toast (750 g)
- Alpengut AMA Schlagobers (500 ml)
- Milbona Gouda Scheiben (400 g)
- Wiesentaler AMA Schinken geschnitten (100 g)
- Wiesentaler AMA Frankfurter (480 g)
- Ein gutes Stück Heimat AMA Bio Sauerrahmbutter (250 g)
- Deluxe Büffelmozzarella (125 g)
- Comte de Senneval Champagner brut (0,75 l)
Die vollständige Mitteilung ist hier abrufbar: APA-OTS, Lidl Österreich GmbH. Für steuerliche Grundlagen siehe auch das Bundesministerium für Finanzen: Umsatzsteuer-Infos.
Wie wirkt sich die Aktion auf den Markt aus?
Preisaktionen im Dezember sind ein wiederkehrendes Element im Lebensmittelhandel. Die spezifische Gestaltung, die Mehrwertsteuer wirtschaftlich zu kompensieren, ist eine markante Kommunikationsformel: Sie ist leicht verständlich, rechnet sich im Kopf schnell und schafft klare Vergleichspunkte über Sortimentsbereiche hinweg. Für Mitbewerber entsteht die strategische Frage, ob und wie Gegengebote gestaltet werden. In der Vergangenheit haben starke Impulse einzelner Händler oft Preisreaktionen ausgelöst, zumindest in ausgewählten Warengruppen. Ob das diesmal eintritt, hängt von den jeweiligen Kostenstrukturen, Lagerständen und Kommunikationsplänen der Mitbewerber ab.
Für Konsumentinnen und Konsumenten ist die Wirkung unmittelbar. Besonders Haushalte mit knapperem Budget können den Effekt gezielt nutzen, indem sie jene Produkte auswählen, die im Aktionszeitraum einen hohen Anteil am eigenen Warenkorb haben. Wer zum Beispiel für das Festmenü einkauft, könnte bei Fleisch, Beilagen und Süßem profitieren. Wer für den Silvesterabend plant, findet den stärksten relativen Nachlass dort, wo der 20-Prozent-Satz gilt, etwa bei Schaumwein.
Zukunftsperspektive: Was bleibt nach dem 24. Dezember 2025?
Nach Ablauf der Aktion stellt sich die Frage, ob und inwieweit der Preisdruck aus der Adventszeit in das neue Jahr hineinwirkt. Erfahrungsgemäß normalisieren sich Aktionspreise, wenn die Maßnahme endet. Allerdings prägen solche Kampagnen die Preiswahrnehmung. Kundinnen und Kunden merken sich Eckpreise und vergleichen intensiver. Händler berücksichtigen das in ihrer Jahresplanung, indem sie Kernartikel dauerhaft wettbewerbsfähig halten und punktuell mit starken Promotions arbeiten. Für 2026 wird entscheidend sein, wie sich Einkaufspreise, Energie- und Logistikkosten entwickeln und wie die Teuerungsdynamik verläuft. Sollte die allgemeine Inflation weiter abflachen, könnten Händler verstärkt auf dauerhafte Preissenkungen statt auf temporäre Aktionen setzen. Umgekehrt bleiben befristete, aufmerksamkeitsstarke Maßnahmen ein Mittel, um Frequenzspitzen zu erreichen und Marktanteile zu verteidigen.
Für die Politik- und Regulierungsdebatte gilt: Die Mehrwertsteuer ist ein zentrales Steuerelement. Händleraktionen, die die Steuer wirtschaftlich kompensieren, können kurzfristig entlasten, ersetzen aber keine strukturellen Maßnahmen. Transparenz, klare Kennzeichnung und rechtskonforme Kommunikation sind daher essenziell. Auf Konsumentenseite lohnt es sich, Preise, Packungsgrößen und Qualitätszeichen wie das AMA-Gütesiegel aufmerksam zu vergleichen, um den größten Nutzen aus der Aktionsperiode zu ziehen.
Praxisleitfaden für den Einkauf in der Aktionszeit
So nutzen Sie die Mehrwertsteuer-Streichung optimal
- Aktionsschilder beachten: In der Filiale sind betroffene Produkte klar markiert.
- Warenkorb planen: Produkte mit 20 Prozent MwSt. bringen prozentual den größten Kassenrabatt.
- Grundnahrungsmittel kombinieren: Auch bei 10 Prozent MwSt. sind spürbare Ersparnisse möglich.
- Qualität prüfen: Gütesiegel wie AMA helfen bei der Orientierung, gerade vor Festtagen.
- Vorrat mit Maß: Haltbarkeit beachten, um echte Ersparnisse statt Lebensmittelverschwendung zu erzielen.
Transparenz und Rechtssicherheit
Die Aktion ist laut Quelle befristet und gilt österreichweit vom 1. bis 24. Dezember 2025. Die Kennzeichnung am Regal dient der klaren Verbraucherinformation. Rechtlich bleibt die Umsatzsteuerpflicht bestehen; wirtschaftlich übernimmt Lidl Österreich die Kosten. Damit ist die Maßnahme mit österreichischem Steuerrecht vereinbar, solange die Preisangabenverordnung eingehalten und die Endpreise am Regal korrekt ausgewiesen werden. Für Detailfragen rund um die Umsatzsteuer informieren offizielle Stellen, etwa das BMF: bmf.gv.at.
Fazit und Ausblick
Die streckenweise Übernahme der Mehrwertsteuer durch Lidl Österreich auf über 100 Lebensmittel zwischen 1. und 24. Dezember 2025 ist ein deutliches Signal im Weihnachtsgeschäft. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das je nach Warengruppe eine Entlastung von rund 9 bis gut 16 Prozent auf den Bruttopreis. Die Aktion ist klar gekennzeichnet und fügt sich in eine längere Reihe kommunizierter Preissenkungen ein. Im Wettbewerbsumfeld erhöht sie den Druck auf Mitbewerber, während sie zugleich die Preiswahrnehmung schärft und die Bedeutung von Qualitätssiegeln im Einkauf unterstreicht.
Wie nachhaltig der Effekt ist, hängt davon ab, ob weitere dauerhafte Preisanpassungen folgen und wie sich Kosten entlang der Lieferkette entwickeln. Bis dahin gilt: Wer seinen Einkauf plant, Packungsgrößen und Gütesiegel prüft und die Aktionsschilder beachtet, kann die weihnachtliche Mehrwertsteuer-Streichung gezielt nutzen. Weitere Informationen und die vollständige Presseaussendung finden Sie bei APA-OTS. Wie erleben Sie die Aktion in Ihrer Filiale vor Ort? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und vergleichen Sie bewusst: So wird aus einer befristeten Maßnahme ein maximaler Nutzen für Ihren Haushalt.






