Voglauer/Grüne: „Äpfel gehören zu den am intensivsten mit Pestiziden behandelten Obstsorten“

Wien (OTS) – Dass Äpfel gesund sind, bedarf keiner langen Erklärung.
Sie enthalten
wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe, sind kalorienarm
und wasserreich. Die vielen positiven Eigenschaften des Apfels werden
aber oft getrübt, weiß Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der
Grünen: „Äpfel gehören in Österreich zu den am intensivsten mit
Pestiziden behandelten Obstsorten. Äpfel aus konventionellem Anbau
werden pro Saison oft dutzende Male gespritzt, hier konnten schon 31
verschiedene Giftstoffe auf einem einzigen österreichischen Apfel
nachgewiesen werden.“

Um auf die Problematik aufmerksam zu machen, verteilen die Grünen
sowie die Grünen Bäuerinnen und Bauern rund um den „Tag des Apfels“
am 14. November Bio-Äpfel aus der Region. „Wir wollen ein gemeinsames
Zeichen gegen die Giftspritzerei zu setzen. Beim Griff zum Bio-Apfel
kann man sicher sein, dass nur die guten Inhaltsstoffe und keine
Spritzgifte drin sind“, so Voglauer.

„Unter den hier eingesetzten Pestiziden finden sich immer öfter
auch PFAS, sogenannte Ewigkeitschemikalien. Das sind Stoffe, die sich
im Lauf der Zeit kaum oder gar nicht abbauen und für immer im Boden,
im Wasser, oder auch im Körper bleiben. Das heißt auch, je mehr davon
eingesetzt wird, desto mehr reichert sich dann überall an. Das ist
wie ein Fass voller Giftstoffe, das immer voller und voller wird“, so
Voglauer. Diese Stoffe können sich stark auf die Gesundheit von
Tieren und Menschen auswirken. Sie stören den Hormonhaushalt und
können Nervensystem und Organe schädigen.

Solche PFAS kommen nicht nur in Spritzmitteln zum Einsatz,
sondern auch in öl- oder wasserabweisenden Stoffen, wie in
Outdoorbekleidung, Teflonpfannen oder Imprägniersprays. „Wir setzen
uns dafür ein, dass diese Stoffe in Europa aus dem Verkehr gezogen
werden, aber das ist leider nicht so schnell machbar. Weit rascher
möglich wäre ein Verbot von PFAS-Pestiziden in Österreich durch den
Landwirtschaftsminister. Das hätte auch einen enormen Effekt, weil
natürlich verstreut niemand seine geschredderte Teflonpfanne auf der
Wiese, aber von diesen Spritzmitteln werden jährlich über 100.000
Tonnen in Österreich ausgebracht – und damit auf unsere Böden, in
unser Wasser und auf unsere Pflanzen und Lebensmittel gekippt“,
erklärt der Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern Andreas Lackner.
Er sammelt derzeit Unterschriften für eine parlamentarische
Bürgerinitiative, um ein Verbot von PFAS-Pestiziden ins Parlament zu
bringen.