Wien (OTS) – Die Bilder vom reißenden Wienfluss aus dem September
2024 sind vielen
noch in Erinnerung: Wien hat das Extremhochwasser damals gut
überstanden, rüstet aber nach und setzt weitere Maßnahmen zum Schutz
der Bevölkerung und der Infrastruktur. Sowohl an der Donau als auch
im Wienerwaldbereich werden laufend Hochwasserschutzbauten durch die
dafür zuständige Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) saniert und
verbessert. Der Hochwasserschutz am Wienfluss hat für die Stadt eine
zentrale Bedeutung. Aktuell werden die Wehrmauern der Rückhaltebecken
in Auhof im Zuge der umfassenden Sanierung um bis zu einem Meter
erhöht. Das bietet Schutz vor extremen Wetterereignissen, wie sie
durch den globalen Klimawandel in Zukunft häufiger auftreten können.
Bei einem Besuch vor Ort haben sich die für Hochwasserschutz
zuständige Stadträtin Ulli Sima, NEOS-Umweltsprecherin Angelika Pipal
-Leixner und die Bezirksvorsteherin des 14. Bezirks, Michaela
Schüchner, heute ein Bild von den aktuell laufenden Arbeiten gemacht.
„Dank der zahlreich gesetzten Hochwasserschutzmaßannahmen hat
Wien sämtliche Hochwasserereignisse der letzten Jahrzehnte gut
überstanden. Wir lehnen uns aber nicht zurück, ganz im Gegenteil: wir
investieren laufend in verbesserte Maßnahmen. Mit der aktuellen
Erhöhung der Wehrmauern in Auhof sorgen wir für noch mehr Sicherheit
für die Wienerinnen und Wiener. Damit ist der Wienfluss nicht wie
bisher auf ein tausendjährliches, sondern künftig auf ein Hochwasser
vorbereitet, das statistisch nur alle 5.000 Jahre eintritt“,
erläutert die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli
Sima. Zur Erinnerung: Das Hochwasser im September wurde als 1000-
jährliches eingestuft.
„Die Klimaveränderung führt nicht nur zu immer heißeren Sommern,
sondern auch zu immer häufigeren und extremeren
Starkregenereignissen. Was bisher als tausendjährliches Hochwasser
galt, kann in Zukunft deutlich öfter eintreten. Daher baut die Stadt
Wien vor, modernisiert und verstärkt die Rückhaltebecken
zielgerichtet für Hochwässer, die bisher nur alle 5.000 Jahre
erwartet wurden. Damit die direkten Anrainer:innen weiterhin ruhig
schlafen und damit sich alle Wiener:innen auf die Sicherheit und
Funktionstüchtigkeit ihrer Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur
verlassen können“, so NEOS Wien Umweltsprecherin Angelika Pipal-
Leixner.
Die Aufhof-Becken wurden als elementarer Teil der Wienfluss-
Regulierung zwischen dem 13. und 14. Wiener Gemeindebezirk errichtet
und schützen die Stadt Wien vor rasch an- und abschwellenden
Hochwasserwellen. Die Retentionsbecken in Auhof übernehmen bei
Hochwasser eine zentrale Schutzfunktion: Sie halten große
Wassermengen so lange zurück, bis der Pegel des Wienflusses wieder
sinkt und in der Folge das gespeicherte Hochwasser gefahrlos
abgeleitet werden kann. „Mit den sechs Rückhaltebecken und einer
Gesamtkapazität von fast 1,2 Millionen Kubikmetern bildet die gesamte
Anlage einen wesentlichen Schutzwall für die Stadt“, erklärt Gerald
Loew, Leiter der Fachabteilung Wiener Gewässer.
Rückhaltebecken erstmals seit 125 Jahren vollständig gefüllt
Beim Hochwasser im Herbst 2024 waren die Rückhaltebecken in Auhof
erstmals seit ihrem Bau zwischen 1895 und 1899 vollständig gefüllt.
Innerhalb von nur zwei Stunden erreichte der Wienfluss eine
Durchflussmenge von bis zu 440.000 Litern pro Sekunde – fast an der
Kapazitätsgrenze der Anlage. Normalerweise fließen dort lediglich 200
bis 500 Liter pro Sekunde. Das Ereignis zeigte deutlich, wie wichtig
kontinuierliche Investitionen in den Hochwasserschutz sind. Durch den
Ausbau des Hochwasserschutzes in Auhof ist Wien entlang des
Wienflusses künftig für ein 5.000-jährliches Hochwasser gerüstet. Die
Sanierungsarbeiten werden bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Abseits ihrer technischen Funktion sind die Rückhaltebecken in
Auhof auch ein wertvolles Naturbiotop. Bei Niedrigwasser bilden sie
das größte Feuchtgebiet im Westen Wiens. Durch den Wechsel zwischen
Trocken- und Hochwasserphasen haben sich hier naturnahe Lebensräume
entwickelt – unter anderem für Biber, Bisamratten, Fischotter und
rund 120 Vogelarten, darunter Eisvögel, Schwarzstörche sowie Schilf-
und Drosselrohrsänger.
„Natürlich ist die wichtigste Aufgabe der Retentionsbecken der
Hochwasserschutz. Der Wienfluss und die Becken sind aber auch ein
immer beliebteres Naherholungsgebiet. Zu jeder Jahreszeit verbringen
viele Wienerinnen und Wiener dort ihre Freizeit, sei es um sportlich
aktiv zu sein, aber auch, um sich bei einem Picknick, beim Lesen oder
auch beim Natur beobachten zu erholen“, so Bezirksvorsteherin
Michaela Schüchner.
Weitere Schutzmaßnahmen entlang des Wienflusses
Neben der Erhöhung der Wehrmauern in Auhof werden auch an anderen
Stellen Maßnahmen umgesetzt. So wird beim Donaukanal die
Hochwassermauer zur U-Bahn hin verstärkt, um einem möglichen Rückstau
vorzubeugen. In der Ludwiggasse in Wien-Penzing entsteht im kommenden
Jahr zusätzlich eine neue Schutzmauer, um Anrainerinnen und Anrainer
in besonders betroffenen Gebieten besser zu schützen.
Adaptierung Hochwasserschutz Liesingbach 2020-2027
Am Liesingbach wird zurzeit, neben Maßnahmen zur Verbesserung der
Wasserqualität und der Erreichung der Vorgaben der
Wasserrahmenrichtlinie, auch der Hochwasserschutz deutlich verbessert
und ausgebaut. Das Besondere an den Maßnahmen an der Liesing ist die
Verbesserung der Hochwassersicherheit durch natürliche Schutzbauten
und Revitalisierung. Neben dieser Verbesserung des Schutzes
ermöglicht die Stadt hier auch eine Belebung des Lebensraumes
Gewässer durch ingenieurbiologische Maßnahmen.
Donauhochwasserschutz funktioniert zuverlässig
Bei ihrem Bau in den 1970er-Jahren noch umstritten, bewährt sich
die Wiener Donauinsel und die Neue Donau heute als umfassend
funktionierende Hochwassereinrichtung. Drei Wehranlagen in der Neuen
Donau regulieren bei einem Donauhochwasser die Wassermassen. Im
Rahmen regelmäßiger Kontrollen wird der Donauhochwasserschutz einer
technischen Überprüfung unterzogen und vollumfänglich gewartet.
Bisher zeigte sich: Auf Basis kontinuierlicher Investitionen in neue
Projekte und die Erhaltung der bestehenden Einrichtungen konnten
sämtliche Hochwasserereignisse im Wiener Einzugsgebiet der Donau ohne
nennenswerte Schäden abgewickelt werden.
Mit all diesen Projekten investiert die Stadt Wien konsequent in
die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger – und in einen
nachhaltigen, zukunftsorientierten und funktionierenden
Hochwasserschutz.
rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/





