Zero Project Unternehmensdialog in Niederösterreich

St. Pölten (OTS) – Am gestrigen Montag fand in der Straßenmeisterei
Krems der
alljährliche Zero Project Unternehmensdialog in Niederösterreich
statt. Das Format führt Unternehmen, politische Entscheidungsträger,
Experten und Menschen mit Behinderung in einen direkten Austausch.
Ziel ist es, Vorbehalte abzubauen und zu zeigen, wie inklusive
Beschäftigung in verschiedenen Branchen in der Praxis erfolgreich
gelingt.

LH-Stellvertreter Udo Landbauer unterstrich dabei die
Stoßrichtung des Landes: „Wo Barrieren fallen, entstehen Chancen.
Inklusion ist nicht nur ein Gewinn für betroffene Arbeitnehmer,
sondern auch eine wirtschaftliche Chance und der einzig richtige Weg
hin zu einem stabilen Arbeitsmarkt, der alle Talente fördert. In
Niederösterreich zeigen zahlreiche engagierte Betriebe tagtäglich,
wie bereichernd Inklusion für die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
unserer Unternehmen ist.“

„Inklusion ist kein Randthema, sondern ein zentraler Baustein
eines zukunftsfähigen Arbeitsmarktes“, betonte Landesrat Susanne
Rosenkranz. „Zero Project zeigt eindrucksvoll, wie viel Stärke in
Vielfalt steckt. Unser Ziel in Niederösterreich ist es, dieses
Potenzial nicht nur aufzuzeigen, sondern gezielt in Beschäftigung zu
bringen. Hier leisten Betriebe, die Menschen mit Behinderungen
einstellen, eine wichtige Arbeit, indem sie Vorbild für andere sind.
Als Land Niederösterreich stehen wir klar an ihrer Seite“.

Zero-Project-Initiator Martin Essl hielt fest: „Die UN-Konvention
über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde von Österreich
und mehr als 180 Ländern ratifiziert. Darin ist festgehalten, dass
jeder Mensch – ob mit oder ohne Behinderung – die gleichen
Möglichkeiten in der Gesellschaft haben muss. Die Ratifizierung
verpflichtet jedes Land, dafür Sorge zu tragen, dass die
Rahmenbedingungen für diese Zielsetzung vorhanden sind.“ Das Zero
Project ist international anerkannt für seine Arbeit zur Stärkung der
Rechte von Menschen mit Behinderungen und deren Inklusion am
Arbeitsmarkt.

Keynote-Speaker Andreas Onea, Österreichs erfolgreichster Para-
Schwimmer und langjähriger Unterstützer des Zero Project, machte die
Bedeutung einer inklusiven Arbeitswelt mit eindrucksvoller Klarheit
sichtbar: „Arbeit ist ein Menschenrecht. Es geht nicht darum, ob
jemand eine Behinderung hat, sondern ob Strukturen fair und
barrierefrei gestaltet sind. Wenn Zugänge passen, zeigen Menschen mit
Behinderungen im Job die gleiche Leistung, Motivation und
Innovationskraft wie alle anderen – oft ergänzt durch besondere
Resilienz und Problemlösungskompetenz, die Teams und Unternehmen
stärken.“

Bei der diesjährigen Veranstaltung standen drei Best-Practice-
Beispiele im Fokus: Brantner Green Solutions, die Universität für
Weiterbildung Krems sowie das Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) St.
Pölten. Sie zeigten vor Ort und mit Videobeiträgen, wie Inklusion
Produktivität, Kultur und Teamzusammenhalt verbessern kann.

Brantner Green Solutions zählt zu den führenden Unternehmen in
der Abfallwirtschaft und wurde 2025 mit dem ALC Inklusionspreis (
Austria’s Leading Companies) für sein Engagement im barrierefreien
Recruiting und Aufbau inklusiver Teams ausgezeichnet. Im Unternehmen
sind bereits neun Personen mit Behinderungen in zentralen operativen
Bereichen tätig – darunter Disposition, Abfallmanagement,
Administration und Recyclinglogistik. Das Unternehmen agiert als
regionales Benchmark und inspiriert andere Betriebe, inklusives
Recruiting auch in Logistik- und Prozessberufen zu etablieren.

An der Universität für Weiterbildung Krems genießt inklusive
Beschäftigung im HR und Recruiting einen hohen strategischen
Stellenwert: Der inklusive Zugang zu Talenten wurde durch ein
strukturiertes meet-&-match Recruiting gemeinsam mit dem Key Account
Manager des NEBA Betriebsservice NÖ, Maximilian Sabo-Brandl,
erweitert. Dadurch konnten drei Personen mit Behinderungen im
Facility-Management erfolgreich integriert werden.

Das PBZ St. Pölten beschäftigt mehrere Menschen mit Behinderungen
in Alltagsberufen – darunter Küchenhilfe, Stationsassistenz und
Hausarbeit. Besonders die Teamarbeit in Küche und Stationssupport
zeigt, wie Inklusion die Betriebskultur stärkt: Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter bringen sich nicht nur fachlich, sondern auch auf
persönlicher Ebene motiviert ein. Die hohe Identifikation mit dem
Arbeitsplatz, etwa symbolisiert durch kreative Logo-Initiativen im
privaten Umfeld und ehrenamtliches Engagement, sind Beweis dafür,
dass Inklusion hier weit über klassische Beschäftigung hinaus gelebt
wird.

Niederösterreich setzt in der Arbeitsmarktintegration auf einen
gemeinnützigen, praxisorientierten Ansatz. Die MAG Menschen und
Arbeit GmbH ist dabei ein zentraler

Umsetzungspartner des Landes, etwa mit den Programmen 0>Handicap,
0>Handicap-Qualifizierung und Saisonstart. Durch diese werden
Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt
unterstützt. Die Organisation gestaltet Übergänge in den ersten
Arbeitsmarkt über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung, begleitet
Unternehmen laufend fachlich und reduziert organisatorische Hürden.

Das Pilotprojekt Neuro.Match legt den Schwerpunkt auf
neurodivergente Talente und macht die individuellen Stärken bei
Personen aus dem Autismus-Spektrum oder Menschen mit AD(H)S,
Legasthenie und Dyskalkulie sichtbar. Unternehmen profitieren von
einer unkomplizierten Projektabwicklung, unverbindlichen
Arbeitstrainings und klar strukturierter Beratung. Der Ansatz stößt
auf hohe Resonanz bei Betroffenen und Betrieben. Der direkte
Austausch im Unternehmen wird als Vorteil für nachhaltige Job-
Einstiege beschrieben.

Die finanzielle Dimension untermauert die Wirksamkeit dieses
Zugangs: 2025 flossen 2,6 Millionen Euro aus Landesmitteln in 0>
Handicap und Saisonstart. Gemeinsam mit dem AMS NÖ und dem
Sozialministeriumservice ergibt das ein Gesamtvolumen von 3,8
Millionen Euro zur Finanzierung von 167 Teilnahmeplätzen. „Der
Arbeitsmarkt braucht Vielfalt, um innovativ und zukunftsfähig zu
bleiben. Nachhaltige Arbeitsmarktintegration gelingt, wenn alle
Akteure an einem Strang ziehen“, machte Karmen Frena,
stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS NÖ, deutlich. „Mit
Projekten wie 0>Handicap setzen wir gemeinsam mit unseren
Partnerinnen und Partnern auf praxisnahe Lösungen, die Barrieren
abbauen und Chancen eröffnen. So können Unternehmen Talente
entdecken, die oft übersehen werden, und gleichzeitig Verantwortung
übernehmen. Jeder gelungene Einstieg stärkt nicht nur die persönliche
Perspektive, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe.“

Der Leiter des Sozialministeriumservice in Niederösterreich, Mag.
Günther Widy, führte aus: „Das Sozialministeriumservice finanziert
seit vielen Jahren Beratungs- und Unterstützungsangebote die von
ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen, Menschen mit Behinderung und
Unternehmen kostenlos in Anspruch genommen werden können. Die
wichtigsten Angebote sind im Netzwerk Berufliche Assistenz, kurz
NEBA, zusammengefasst. Als erste Anlaufstelle für Unternehmen zu
allen Fragen zum Themenkreis Arbeit und Behinderung steht das NEBA
Betriebsservice des Sozialministeriumservice zur Verfügung. Durch
Veranstaltungen wie der heutigen können Unternehmen die NEBA-Angebote
des Sozialministeriumservice besser kennenlernen und in weiterer
Folge in Zusammenarbeit mit diesen wertvollen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern für die Zukunft finden – eine erfreuliche Win-Win-
Situation.“

Die Resultate zeigen die Wirksamkeit des Ansatzes: 31 Menschen
mit Behinderungen wechselten 2025 über die MAG Menschen und Arbeit
GmbH in ein fixes Dienstverhältnis bei niederösterreichischen
Unternehmen – ein nachhaltiger Effekt, der betriebliche
Entscheidungen stärkt und Risiken reduziert. Geschäftsführer Robert
Lagler erklärt, wie die MAG Menschen und Arbeit GmbH Unternehmen
entlastet und Job Einstiege organisiert. „Wir schaffen klare Abläufe,
bereiten Jobwechsel vor und begleiten sie. Das reduziert Risiken und
stärkt Entscheidungen.“ Die MAG setzt dabei auf einfache Prozesse,
Beratung und praxisnahe Unterstützung. „Wir schaffen Brücken über
gemeinnützige Überlassung, Training und Begleitung. Inklusion
funktioniert umso besser, wenn sie vorbereitet und betreut wird. Wir
wollen Menschen mit Behinderungen eine Perspektive geben, da ein Job
die wichtigste Grundlage für Wohlstand ist.“

Weitere Informationen bei Justyna Frömel, Bakk. phil. MA, Leitung
Öffentlichkeitsarbeit MAG Menschen und Arbeit GmbH, Tel.:
0676/81216419, E-Mail: [email protected] ,
www.menschenundarbeit.at