3100 St. Pölten (OTS) – Mit dem Beschluss des EU-Mercosur-Abkommens
setzt die Europäische
Union ein klares Signal für offene Märkte, wirtschaftliche Stabilität
und strategische Partnerschaften. „Dieses Abkommen ist eine richtige
und notwendige Antwort auf die aktuellen globalen Herausforderungen.
Es schafft neue Perspektiven für Unternehmen und Beschäftigte und
stärkt Europas wirtschaftliche Resilienz“, begrüßt Wolfgang Ecker ,
Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), den
Abschluss des Handelsabkommens, auch wenn sich Österreich bis zum
Schluss nicht zu einer Zustimmung durchringen konnte.
In einem Umfeld geopolitischer Spannungen, zunehmender
Handelskonflikte und steigender Zölle stärke das Abkommen mit
Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay die Wettbewerbsfähigkeit
Europas – und bringe dem Exportland Österreich erhebliche Vorteile.
Exportmotor stärken – gerade jetzt
Niederösterreich zählt zu den exportstärksten Regionen Österreichs:
Jeder zweite Euro wird im Ausland erwirtschaftet, jeder fünfte
Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Entsprechend
groß ist die Bedeutung stabiler internationaler Handelsbeziehungen.
„Um unseren Standort und damit Wohlstand und Arbeitsplätze
abzusichern und auszubauen, brauchen unsere Betriebe ein klar
exportfreundliches Umfeld. Jetzt gilt es, das Abkommen rasch
umzusetzen“, unterstreicht auch Johannes Schedlbauer , Direktor der
Wirtschaftskammer NÖ. Gerade vor dem Hintergrund drohender neuer US-
Zölle werde deutlich, wie wichtig es sei, die Zusammenarbeit mit
anderen Wirtschaftsräumen zu vertiefen und Unternehmen Alternativen
bei Beschaffung und Absatz zu eröffnen.
Klares Plus für Unternehmen und KMU
Das EU-Mercosur-Abkommen eröffnet österreichischen Betrieben neue
Marktchancen quer durch alle Branchen. Zu den wichtigsten
Exportgütern zählen Pharmazeutika, Maschinen, Elektro- und
Stahlprodukte, Agrar- und Lebensmittel sowie Dienstleistungen, etwa
in Umwelttechnik, Telekommunikation oder Transport. Davon profitieren
auch zahlreiche Zulieferbetriebe entlang europäischer
Wertschöpfungsketten.
NÖ Exporte in Mercosur-Länder stiegen in zehn Jahren um 32,3
Prozent
„Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gewinnen durch den
Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen, durch faire
Wettbewerbsbedingungen und durch mehr Rechtssicherheit“, betont
Ecker. Der wirtschaftliche Hebel ist beträchtlich: Die Warenexporte
Niederösterreichs in die Mercosur-Staaten stiegen in zehn Jahren von
121,7 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 161,0 Millionen Euro 2024 – das
ist ein Plus von 32,3 Prozent. Vor allem Brasilien trägt mit 133,3
Millionen Euro den größten Anteil, gefolgt von Argentinien (20,9 Mio.
), Paraguay (3,7 Mio.) und Uruguay (3,1 Mio.). Die Zahlen zeigen das
wachsende Potenzial dieses südamerikanischen Marktes für den NÖ
Export.
Rohstoffe sichern, Energiewende ermöglichen
Ein zentraler Mehrwert des Abkommens liegt im verbesserten Zugang zu
strategisch wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kupfer oder Niob, die
für Windkraftanlagen, Solarpanels und Batterien unverzichtbar sind.
Zugleich enthält das Abkommen verbindliche Verpflichtungen zur
Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens sowie zur Bekämpfung der
Entwaldung.
„Europa ist auf verlässliche Rohstoffpartnerschaften angewiesen.
Dieses Abkommen stärkt die Versorgungssicherheit und schafft eine
wichtige Grundlage für die grüne Transformation“, so Schedlbauer.
„Ohne gesicherten Zugang zu diesen Ressourcen lassen sich
Energiewende und Klimaziele nicht umsetzen.“
Wachstum, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit
Rund 1.110 österreichische Unternehmen – rund zwei Drittel davon KMU
– exportieren bereits heute Waren und Dienstleistungen in den
Mercosur-Raum, mehr als 32.000 Arbeitsplätze hängen direkt davon ab.
Auch für Niederösterreich ist das Potenzial erheblich: Mehr als ein
Viertel der Warenexporte geht bereits in Nicht-EU-Länder.
„Die EU darf im internationalen Wettbewerb nicht weiter
zurückfallen. Der internationale Handel ist eine tragende Säule
unseres Wachstums und Wohlstands. Der Beschluss des EU-Mercosur-
Abkommens steht für Aufbruch statt Stillstand – und macht heimische
Produkte auf globalen Märkten noch wettbewerbsfähiger“, sind sich
Ecker und Schedlbauer einig.





