Neues Führungsteam der Österreichischen Diabetes Gesellschaft

Wien (OTS) – Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hat ein
neues
Führungsteam gewählt. Univ.-Prof. PD. Dr. Harald Sourij, MBA
übernimmt ab sofort die Funktion des Präsidenten. An seiner Seite
wirkt Univ. Prof. PD. Dr. Julia Mader als Erste Sekretärin. Gemeinsam
wollen sie in den kommenden zwei Jahren die österreichische
Diabetologie fachlich und gesundheitspolitisch maßgeblich
weiterentwickeln.

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ÖDG 2026

Präsident Sourij betont die Bedeutung einer noch stärkeren
Verbindung von Forschung, klinischer Versorgung und
Gesundheitspolitik: „Unser Ziel ist es, die Versorgung von Menschen
mit Diabetes in Österreich nachhaltig zu stärken und Innovationen
rasch in die Praxis zu bringen.“ Ein zentrales Anliegen ist ihm der
gezielte Aufbau von Expertise in der zweiten Versorgungsebene , etwa
durch ein neues Aus- und Weiterbildungsprogramm für metabolische
Expert:innen. Dieses soll vertieftes Wissen in der Betreuung von
Menschen mit Diabetes und metabolischen Erkrankungen vermitteln.
Ebenso wichtig ist Sourij der systematische Aufbau des
diabetologischen Nachwuchses : „Das ist die Diabetologie von
morgen!“, so Sourij.

Zwtl.: Gemeinsam mehr bewegen

Ein besonderer Schwerpunkt der neuen ÖDG-Führung wird das Thema
Bewegung sein. „Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen klar, dass
Menschen mit Typ 1 Diabetes bei optimaler Einstellung und mit
modernen technischen Hilfsmitteln sogar im Spitzensport oder als
Pilot:innen erfolgreich aktiv sein können“, erklärt Mader. Moderne
Technologien wie kontinuierliche Glukosemessung oder automatisierte
Insulinabgabesysteme ermöglichen ein sichereres und
leistungsorientiertes Training.

Für Menschen mit Typ 2 Diabetes ist Bewegung ein zentraler
Baustein einer erfolgreichen Lebensstiländerung. „Regelmäßige
körperliche Aktivität kann das Risiko für Folgeerkrankungen
reduzieren und eine medikamentöse Therapie unterstützen oder sogar
verzögern“, so Sourij. Die ÖDG plant deshalb, gesundheitsfördernde
Angebote auszubauen und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse noch
stärker in die Versorgungspraxis zu integrieren.

Zwtl.: Register für seltene Diabetesformen und Nutzung nationaler
Daten

Weitere strategische Schwerpunkte liegen in der Erforschung
seltener Diabetesformen , insbesondere MODY (Maturity-Onset Diabetes
of the Young), sowie in der strukturierten Nutzung nationaler
Gesundheitsdaten. Sourij hebt hervor, dass bereits Projekte laufen,
die Versorgungsqualität und Komplikationsraten systematisch
auswerten. Ein eigenes Diabetesregister sei angesichts der digitalen
Entwicklungen nicht mehr zwingend notwendig: „Wenn wir Daten aus dem
niedergelassenen und stationären Bereich entsprechend kodieren und
mit Medikationsdaten zusammenführen, können wir sie für
Registerzwecke nutzen, ohne eine zusätzliche Datenbank zu befüllen.“

Im Zuge der Neuaufstellung des Disease-Management-Programms
„Therapie Aktiv“ arbeitet die ÖDG zudem gemeinsam mit den
Sozialversicherungen und anderen Beteiligten an der Aktualisierung
der Handbücher und an der Implementierung des Rahmenkonzeptes
Integrierte Versorgung. Ein eingebetteter elektronischer Diabetespass
in der ELGA-Umgebung wäre ein bedeutender Schritt in Richtung
durchgängiger Betreuung. Auch die adäquate Integration von Daten von
Sensoren und automatisierten Insulinabgabesystemen in die
Versorgungsstrukturen wird in den nächsten Jahren notwendig sein.

Zwtl.: Kinder und Jugendliche im Fokus

Besonders wichtig ist dem neuen Präsidenten die kontinuierliche
Verbesserung der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen mit Typ 1 Diabetes. Aktuelle Pilotprojekte wie etwa die
mobile Diabetesassistenz sollen fortgesetzt und ausgebaut werden.

Zwtl.: Wissenschaftliche Innovation als Triebkraft

Auch wissenschaftlich will die ÖDG Akzente setzen.
Zukunftsträchtige Forschungsfelder sieht Sourij in frühen
Interventionen im Bereich Typ 1 Diabetes , wie Immuntherapien oder
Zelltherapien, sowie in innovativen Ansätzen zu
Lebensstilinterventionen bei Typ 2 Diabetes. Darüber hinaus sollen
internationale Kooperationen weiter intensiviert werden, um an global
relevanten Studien und Leitlinienentwicklungen mitzuwirken.

Zwtl.: Stärkung des Nachwuchses und der Struktur

Einen wichtigen Baustein sieht Sourij im Engagement der Young
Diabetologists , die junge Kolleg:innen vernetzen und durch
Fortbildungsinitiativen wie die „Winter Schools“ an die Diabetologie
heranführen. Die Vorsitzende dieser Gruppe wurde erstmals in den
Vorstand aufgenommen, um Entscheidungswege zu verkürzen und die
Nachwuchsförderung zu stärken.

Die ÖDG dankt dem bisherigen Präsidium für sein Engagement und
blickt mit dem neuen Team auf eine Phase intensiver
wissenschaftlicher und gesundheitspolitischer Arbeit.

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die ärztlich-
wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen Diabetes-
Expert:innen. Sie hat das Ziel, die Gesundheit von Menschen mit
Diabetes mellitus und assoziierten Erkrankungen zu verbessern, sowie
deren Entstehung zu verhindern. Sie betreibt Fortbildung, Forschung
und Verbreitung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Diabetes
mellitus und aller verwandten Fachgebiete. Sie fordert und fördert
die stetige Verbesserung der Versorgung, der Lebensqualität, der
gesellschaftlichen Partizipation und des gesunden Alterns der
Menschen mit Diabetes sowie von Menschen mit erhöhtem
Erkrankungsrisiko. https://www.oedg.at/