Wien (OTS) – „Eine neue Imagekampagne für den Kindergartenberuf mag
gut klingen,
sie ändert aber nichts an der Realität von Familien. Eltern brauchen
keine Plakate, sondern Betreuungsplätze, auf die sie sich verlassen
können und die mit dem Alltag vereinbar sind“, reagiert Barbara
Neßler, Sprecherin für Elementarpädagogik der Grünen, auf die heutige
Pressekonferenz von Bildungsminister Wiederkehr.
„Das Kernproblem bleibt ungelöst: Es fehlen zehntausende
Betreuungsplätze. Und viele Öffnungszeiten sind mit Vollzeitarbeit
schlicht nicht vereinbar“, so Neßler und weiter: „Solange es keinen
Rechtsanspruch gibt, bleibt Kinderbetreuung eine
Postleitzahllotterie. Denn die Realität für viele Familien heißt nach
wie vor: ‚Die Mama bleibt eh daheim‘, weil vielerorts schlicht die
Alternativen fehlen. Von Wahlfreiheit zu sprechen, solange diese
strukturellen Hürden bestehen, geht an der Lebensrealität der
Familien vorbei.“
„Wenn die Regierung es ernst meint, braucht es jetzt einen echten
Kinderbetreuungs-Ausbauturbo“, hält Neßler fest. „50.000 zusätzliche
Plätze, ein Rechtsanspruch auf einen qualitätsvollen Betreuungsplatz
ab dem ersten Geburtstag und flächendeckend familienfreundliche
Öffnungszeiten – das muss der Maßstab sein. Denn Kinderbetreuung ist
keine PR-Frage, sondern entscheidet darüber, ob Familien ihren Alltag
organisieren können – oder weiter im Stich gelassen werden.“





