Wien (OTS) – Mit dem morgigen Beschluss im Landtag sperrt Kärnten
fast das gesamte
Landesgebiet für die Windenergie. Lediglich 0,08 Prozent der
Landesfläche sollen für die Windkraft ausgewiesen werden. Würde man
die Land(es)karte einfärben, bliebe einzig ein Sperrgebiet – 99,9
Prozent als vermeintliche No-Go-Area – ein Möglichkeits-Radius für
Zukunftsdenken im Promille-Bereich. Dabei hat gerade Kärnten großes
Potenzial für sichere und günstige Energie aus dem eigenen Land.
Wien, 04.02.2026: Österreichs Gasspeicher waren Ende Jänner nur
noch zu 45,5 Prozent gefüllt – damit nähern wir uns wieder den Jahren
2022, 23, am Beginn des Ukraine-Kriegs. Der hohe Verbrauch in der
kalten Jahreszeit wird immer noch zu über zwei Drittel durch teure
Gas-Importe aus dem Ausland gedeckt. Im Vorjahr ist der Gasverbrauch
in Österreich laut E-Control um knapp 9 Prozent gestiegen. In den
Wintermonaten von Oktober bis März liegt der Gasbedarf bei rund 70
Prozent. „Dabei hat gerade Kärnten großes Potenzial für sichere und
günstige Energie aus dem eigenen Land. Die Windenergie produziert zu
zwei Drittel ihrer Energie im Winter, dann wenn die Wasserkraft
weniger liefert“, so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer.
Seit der (mittlerweile als verfassungswidrig eingestuften)
Volksbefragung mit Suggestiv-Fragestellung Anfang 2025 – bei der noch
dazu nur ein Drittel der Kärntnerinnen und Kärntner abgestimmt hatte
– ist über ein Jahr vergangen. Damals wurden gewaltige (Steuer)Mittel
aufgebracht, um am Ende ein verfassungswidriges Ergebnis zu haben.
Nach Diskussionen und Debatten steht man mit der morgigen Abstimmung
im Landtag: wieder am Anfang. „Das Vorgehen in Kärnten ist das
restriktivste in ganz Österreich und in der Sache leider kaum
begründet. Die große Frage bleibt: wo will man hin? Die aktuelle
Zonierung kommt einem faktischen Verbot für die sichere und günstige
Energieversorgung mit regionaler Windkraft nahe. Hinzu kommt, dass
die mangelhafte EU-rechtliche Umsetzung dazu führen kann, dass der
Europäische Gerichtshof ein Verfahren gegen Österreich einleitet.
Kärnten braucht eine Zukunftsperspektive und kein Gas im Leerlauf“,
so IG Windkraft-Geschäftsführer Florian Maringer
Zwtl.: Jeder zweite Arbeitsplatz hängt an Industrie
Klar ist: Windkraft gibt es trotzdem und wird es vor allem weiter
geben bzw. noch stärker brauchen. Jeder zweite Arbeitsplatz in
Kärnten hängt an der Industrie. Bis 2040 wird sich deren
Energiebedarf verdoppeln und die Kärntner Haushalte brauchen
leistbaren und sicheren Strom. Saubere Windenergie ist vielerorts in
Europa und darüber hinaus regionale Energiequelle mit lokalem
Mehrwert. In einer energiewirtschaftlichen Darstellung schreibt auch
die zuständige Unterabteilung der Kärntner Landesregierung: Werde
neben Wasserkraft nicht auch die Windkraft forciert, steige
insbesondere im Winter die Import-Abhängigkeit. Das berge Risiko
steigender Energiekosten, da bereits heute die Strompreise in den
Wintermonaten deutlich höher sind als im Sommer.
Zwtl.: Windkraft gegen Winterstromlücke
Für das Land Kärnten ist Windenergie insbesondere im Winter
unverzichtbar, wo Kärnten noch stark von teuren Stromimporten fremder
Mächte abhängig ist. „Das wird man mit Ideologie und polemischer
Dagegen-Politik nicht lösen“, so Maringer. Die bittere Realität ist
aktuell, dass selbst ein Jahrzehnte altes Windrad am Plöckenpass (das
älteste Kärntens!) plötzlich keinen Standort mehr haben und nicht
erneuert werden könnte – außer: man würde statt eines modernen
Windrads Uraltanlagen vom Second-Hand-Markt importieren. Und das
obwohl Strom dringendst gebraucht wird. „Zusammengefasst wird mit der
Kärntner Planung eine doppelte Bremse gezogen: Man weist nur winzige
Beschleunigungsgebiete aus und stellt gleichzeitig sicher, dass das
gesamte restliche Potenzial durch ausschließende Auflagen (
Totalverbot für Neubau, kaum Repowering-Möglichkeit) auf Null gesetzt
wird“, so Maringer abschließend.
Zwtl.: Über die IG Windkraft
Die IG Windkraft ist die Interessenvertretung der
österreichischen Windbranche. Heimische Windräder versorgen schon
heute rund 2,75 Millionen Haushalte im Land mit sauberem,
unabhängigem und günstigem Strom. Nach einer aktuellen,
repräsentativen Umfrage befürworten 83 Prozent der Österreicher:
innen den Ausbau der Windenergie. Die IG Windkraft repräsentiert rund
180 in den Regionen verankerte, meist mittelständische Unternehmen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energieform – von der
Herstellung über die Planung und Errichtung bis hin zu Betrieb und
Wartung. Die österreichische Windbranche beschäftigt etwa 8.000
Menschen und hat in den letzten zehn Jahren im Durchschnitt 1,2
Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet. Durch Milliarden-
Investitionen stärkt sie den heimischen Wirtschaftsstandort.





