Jugend Eine Welt zur Lage in Venezuela: Hilfe für Bevölkerung dringend nötig

Wien/Caracas (OTS) – „Die Lage in Venezuela ist ruhig, aber
angespannt. Vor allem in der
Hauptstadt Caracas patrouillieren die sogenannten Colectivos, dem
Maduro-Regime zurechenbare paramilitärische Gruppen. Die Bevölkerung
ist verunsichert, pendelt emotional zwischen Hoffnung auf eine
bessere Zukunft und Angst, was nach der Verhaftung von Maduro folgen
könnte“ , schildert Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator der
österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt .

Steirer koordiniert Nothilfe-Maßnahmen
Der Steirer koordiniert seit 2021 von Caracas aus die weltweiten
Nothilfe-Aktivitäten von Jugend Eine Welt. Seit drei Monaten befindet
sich Wedan allerdings wieder in seiner Heimat Österreich. Aus
Sicherheitsgründen, da sich die Lage für ausländische Staatsbürger in
Venezuela konstant zuspitzte. „Ich bin im täglichen Austausch mit
unseren Projektpartnern vor Ort in Venezuela – vornehmlich mit den
Salesianern Don Boscos und den Don Bosco Schwestern. Gemeinsam
ermitteln wir zur Stunde die wichtigsten Punkte für eine schnelles
Nothilfe-Programm für die Bevölkerung vor Ort. Als ersten Schritt
sammelt Jugend Eine Welt Spenden, um den Ärmsten der Armen
Nahrungsmittelpakete zur Verfügung zu stellen. Denn viele Geschäfte
sind aufgrund von Hamsterkäufen mittlerweile leergeräumt bzw.
geschlossen“ , erzählt Wedan. „Dazu gehen im ganzen Land Benzin und
Diesel aus. LKW können nicht mehr fahren, die Geschäfte somit auch
nicht mehr versorgt werden. Besonders schlimm ist die Lage in den
ländlichen Gebieten, wo Menschen mittlerweile kein Essen mehr haben
und Hunger leiden müssen.“ Zusätzlich werden auch Medikamente für
ältere Personen, die von der zusammengebrochenen logistischen
Versorgung im ganzen Land betroffen sind, dringend benötigt.

Einrichtung von Notschlafstellen für Kinder
Die unsichere Lage in Venezuela bedingt laut den Einschätzungen von
Wedan allerdings auch die Wahrscheinlichkeit eines einsetzenden
Flüchtlingsstromes Richtung Kolumbien in den nächsten Wochen. „Ich
gehe davon aus, dass sich sehr viele Venezolanerinnen und Venezolaner
nach Westen, zur kolumbianischen Grenze aufmachen werden.
Erfahrungsgemäß bringen sie ihre Kinder in der Zwischenzeit bei
Verwandten unter. Meist sind es Onkeln, Tanten oder Großeltern. Diese
sind jedoch zunehmend mit der Situation überfordert. Schlussendlich
landen die Kinder dann oft auf der Straße “, schildert der Venezuela-
Experte. Neben der Planung von Nothilfe-Maßnahmen gilt das Augenmerk
aktuell daher auch der Reaktivierung von Notschlafstellen für Kinder.
„Damit sie zumindest in der Nacht einen sicheren Platz in einer
kindergerechten Umgebung haben. Wir wissen aus unserer langjährigen
Erfahrung in der Arbeit mit Straßenkindern, dass das Leben auf der
Straße ein täglicher Überlebenskampf ist, oft endet er in der Kinder-
Prostitution“ , so Wedan.

Schnelle Hilfe nötig
Zusammengefasst: Schnelle, effektive Hilfe für die Menschen in
Venezuela ist jetzt dringend notwendig. „Schätzungen zufolge sind in
den vergangenen zehn Jahren knapp acht Millionen Venezolanerinnen und
Venezolaner aus ihrem Heimatland geflohen und abgewandert. Schon vor
dem Angriff durch die USA bestanden in Venezuela vier große Probleme:
Nahrungsmittelknappheit, fehlende Gesundheitsversorgung,
eingeschränkte Transportmöglichkeiten und regelmäßige Stromausfälle.
Die aktuellen Vorgänge verschärfen die ohnehin prekäre Lage jetzt
zusätzlich. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit vor Ort und helfen
Sie der notleidenden Bevölkerung mit Ihrer Spende!“ , appelliert
Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer .

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

Infos: www.jugendeinewelt.at