Wien (OTS) – Die von Familien- und Integrationsministerin Claudia
Bauer jüngst im
Interview mit der Katholischen Presseagentur (Kathpress, 2.5.2026)
getätigte Kritik am Auslandszivildienst ist für Reinhard Heiserer,
Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend
Eine Welt , nicht nachvollziehbar. „Österreich hört nicht an seinen
Grenzen auf. Vor allem in Ländern des Globalen Südens werden Menschen
ausgebeutet, um unseren Wohlstand hier in Österreich zu erhalten.
Österreich muss nicht nur, wie Ministerin Bauer völlig zurecht
feststellt, seiner historischen Verantwortung – Stichwort:
Gedenkdienst im Ausland – nachkommen, sondern auch seiner aktuellen“.
Zivilersatzdienst im Ausland stärkt Österreichs Beitrag zu einer
solidarischen globalen Gemeinschaft
Denn laut Heiserer geht es beim Zivilersatzdienst im Ausland nicht um
die „Wiederbewaldung in Costa Rica“ oder „Kinderbetreuung in Indien“,
wie es Ministerin Bauer bewusst polarisierend feststellt, sondern um
die Präsenz von Österreich an den Rändern der Welt, eben dort wo
Menschen für Österreichs Wohlstand arbeiten. „ Wir tragen Kleidung
und konsumieren Produkte, die teilweise sogar durch Kinderarbeit
hergestellt werden“, erinnert der Jugend Eine Welt-Geschäftsführer an
die vom Bureau of International Labor Affairs (ILAB) regelmäßig
veröffentlichte „List of goods“. Diese Auflistung zeigt, bei welchen
Produkten unseres täglichen Lebens der Grund zur Annahme besteht,
dass in ihnen Kinderarbeit steckt. Insgesamt sind es 204 Produkte aus
82 Ländern. „Mit der Absolvierung des Zivilersatzdienstes im Ausland
und der freiwilligen Arbeit in diversen Bildungs- und Sozialprojekten
mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen zeigen die jungen Männer
Mitverantwortung. Sie sind junge Botschafter, die dem Ansehen
Österreichs dienen, internationale Beziehungen unterstützen und
Österreichs Beitrag zu einer solidarischen globalen Gemeinschaft
stärken“ , so Heiserer, der betont, dass ein Infragestellen der
Anrechenbarkeit des Zivilersatzdienstes im Ausland somit auch mit dem
Negieren der Tatsache gleichzusetzen ist, dass Menschen im Globalen
Süden für unseren Wohlstand arbeiten müssen. „Gerne können Sie mit
ein paar Klicks selbst herausfinden, wie viele Sklaven im Globalen
Süden für Ihren persönlichen Konsum arbeiten müssen“ , empfiehlt
Heiserer Ministerin Bauer die Webseite http://slaveryfootprint.org .
Kurzfristiges Argument schadet Österreich nachhaltig
Jugend Eine Welt ermöglicht seit 13 Jahren über die
Entsendeorganisation VOLONTARIAT bewegt, dessen Träger Jugend Eine
Welt gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos ist, jungen
Freiwilligen ihren Zivilersatzdienst im Ausland zu absolvieren. Gemäß
des Freiwilligenberichts 2024 von WeltWegWeiser, ein Netzwerk
bestehend aus VOLONTARIAT bewegt und 15 weiteren Organisationen, die
sich für qualitätsvolle und nachhaltige internationale
Freiwilligeneinsätze stark machen, leisten im Schnitt 150 junge
Männer pro Jahr ihren Zivilersatzdienst im Ausland. „Ministerin Bauer
spricht von 1.500 fehlenden Zivildienern und führt aus, dass die
Burschen dringender in Österreich gebraucht werden. Für mich ist
dieses Argument kurzsichtig, denn viele Rückkehrer von
Zivilersatzdiensten im Ausland entscheiden sich anschließend in
Österreich für ein entsprechendes Studium oder eine berufliche
Tätigkeit im Sozial- und Bildungsbereich. Zum Beispiel als
Kindergartenpädagogen oder Volksschullehrer – eben in Bereichen, in
denen aktuell bzw. künftig in Österreich ein Mangel besteht. Zudem
bleiben viele freiwillig engagiert. Ein Zivilersatzdienst im Ausland
wirkt somit nachhaltig für Österreichs Gesellschaft. Eine Abschaffung
der Anrechenbarkeit würde daher nicht nur Engagement-Möglichkeiten
junger Männer einschränken, sondern auch Österreich nachhaltig
schaden“ , so Heiserer abschließend.
Weiterführende Infos:
www.jugendeinewelt.at
www.volontariat.at
www.weltwegweiser.at
Initiative „Kinderarbeit stoppen“
Die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt setzt
sich seit Jahren – als Mitglied der Initiative „Kinderarbeit
stoppen“, der auch die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar,
FAIRTRADE Österreich, Solidar Austria (ÖGB), Kindernothilfe
Österreich und Butterfly Rebels angehören – für ein starkes
europäisches Lieferkettengesetz ein, das dazu beiträgt, Kinderarbeit
und andere Menschenrechtsverletzungen wirksam zu stoppen.
Weiterführende Informationen zu „Kinderarbeit stoppen“ finden Sie
unter www.kinderarbeitstoppen.at .
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!





