Italienische ORF-„matinee“: Dokus „Enrico Caruso – Die ewige Stimme“ und „Magie der Museen“ in den Uffizien

Wien (OTS) – Die „matinee“ am Sonntag, dem 11. Jänner 2026, um 9.05
Uhr in ORF 2
und auf ORF ON lädt zu einer kunstsinnigen Reise nach Italien:
Zunächst erinnert das Filmporträt „Enrico Caruso – Die ewige Stimme“
an den aus Neapel stammenden Startenor, danach führt um 10.00 Uhr
eine Ausgabe der Hochglanzreihe „Magie der Museen“ in die Uffizien in
Florenz. Mit dem deutschen Modemacher Wolfgang Joop als
Kunstvermittler wirft die Sendung einen zeitgenössischen Blick auf
die berühmte Institution, die als eines der ältesten Museen der Welt
gilt. Den von Teresa Vogl präsentierten ORF-Kulturvormittag
beschließt um 10.50 Uhr „Die Kulturwoche“ mit aktuellen Berichten und
Tipps.

„Enrico Caruso – Die ewige Stimme“ (9.05 Uhr)

Das Leben Enrico Carusos verlief so melodramatisch wie die
Handlungen zahlreicher Opern, in denen er gesungen hat. Seine
phänomenale Tenorstimme machte ihn weltweit bekannt – war der
Neapolitaner doch der erste große Superstar der Oper. Doch, wie die
Dokumentation von Norbert Busè zeigt, werfen die Hintergründe eines
bisher kaum bekannten Attentats in Kuba ein neues Licht auf die
Jahrhundertstimme, die heute zum kulturellen Erbe der Menschheit
zählt. Wie konnte ein Kind aus derart einfachen Verhältnissen an der
Metropolitan Opera in New York reüssieren? Worin liegt sein Mythos
begründet und wie kam er zustande?
Der große Erfolg Carusos ist nicht allein der einzigartigen Farbe
seiner Stimme und seiner Bühnenpräsenz zuzuschreiben. Durch die
ersten Tonaufnahmen auf Wachswalzen Anfang des 20. Jahrhunderts und
die Verbreitung der Schallplatte wurde sein Gesang in die Welt
getragen. „Das Grammophon wurde durch ihn berühmt und umgekehrt“,
sagt Francesco Canessa, der italienische Caruso-Biograf.
Ausgangspunkt des Films ist Enrico Carusos Reise nach Havanna im
Frühjahr 1920. Für 10.000 Dollar pro Abend sollte er in der Oper
auftreten – niemals zuvor wurde einem Sänger eine solche Summe
bezahlt. Caruso befand sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Doch
jeden Tag schrieb der Opernstar an seine Frau und erzählte ihr von
seinen Stimmungsschwankungen, seiner Angst vor „dunklen Mächten“,
aber auch von seiner Furcht vor der Presse. Eines Abends – Caruso
wartete gerade auf seinen Auftritt als Radamès in „Aida“ –
erschütterte eine gewaltige Explosion das Theater und die
Befürchtungen des Sängers schienen sich zu bewahrheiten.
Enrico Caruso starb ein Jahr nach der Havanna-Reise in seiner Heimat
Neapel. Mit seinem Tod ging eine Epoche der international gefeierten
italienischen Oper zu Ende.

„Magie der Museen – Die Uffizien, Florenz“ (10.00 Uhr)

Wenn jährlich Millionen von Besucherinnen und Besuchern vor dem
Eingang der Uffizien in Florenz Schlange stehen, dann liegt das vor
allem an der Anziehungskraft einer geheimnisvollen Schönen: Sandro
Botticellis „Die Geburt der Venus“. Das Gemälde ist das zentrale Werk
des berühmten Museums. Wie kein anderes Bild steht es für den
geistigen Aufbruch der Renaissance. Aber auch die anderen
Künstlernamen in den Ausstellungssälen lesen sich wie ein „Who’s who“
der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte: Hier hängen Meisterwerke von
Michelangelo, Caravaggio, Rembrandt und Goya.
Modeschöpfer Wolfgang Joop führt in diesem Film von Sylvie Kürsten
exklusiv durch das berühmte Haus und ist überwältigt von der
Aktualität der Sammlung. Als Experte fungiert Kunsthistoriker Matt
Lodder. Er setzt sich u. a. damit auseinander, warum genau diese
Meisterwerke gesammelt und öffentlich gezeigt werden. Oder welche
Kulturpolitik dahintersteckt und wie es die Museen schaffen, die
Bedeutung der alten Kunstwerke auch heute noch einem breiten Publikum
zu vermitteln.
Die Uffizien sind nicht nur eines der beliebtesten, sondern auch
eines der ältesten Museen der Welt. Im 16. Jahrhundert von der
einflussreichen Medici-Dynastie zur Unterbringung von Ministerien und
Ämtern errichtet, war das Gebäude aber auch von Anfang an Ort für die
private Gemäldesammlung der Familie. Als die letzte Medici knapp zwei
Jahrhunderte später starb, vermachte sie die private Kunstsammlung
den Uffizien und machte sie dadurch öffentlich zugänglich.
Der Film zeigt die bewegte Geschichte des Hauses, erzählt von den
großen Krisen wie der vernichtenden Schlammflut in den 1960er Jahren,
von deren Folgen 14.000 Kunstwerke betroffen waren, und von dem
Bombenattentat der Mafia 1993, durch das zahlreiche Exponate zerstört
wurden. Aber auch von der Solidarität, die das Museum dabei weltweit
erfahren hat.