GPA-Teiber: Arbeitsmarkt braucht echte Lösungen!

Wien (OTS) – Wie das AMS heute mitteilt, steigt die Arbeitslosigkeit
in Österreich
weiter an. Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch ältere
Beschäftigte und Langzeitarbeitslose. Gleichzeitig beklagen
Wirtschaftsvertreter einen Arbeitskräftemangel in just jenen
Bereichen, die aktuell mit stark steigender Arbeitslosigkeit
betroffen sind, etwa dem Handel. „Es ist paradox, wenn offene Stellen
als Risiko für das Weihnachtsgeschäft beklagt werden, während die
Arbeitslosigkeit in der Branche allein im letzten Jahr um acht
Prozent gestiegen ist“, betont Barbara Teiber, Vorsitzende der
Gewerkschaft GPA.

Das zeigt: Österreich schöpft sein Arbeitskräftepotenzial nicht
aus. „Ein Teil des Problems ist hausgemacht“, so Teiber. „Viele
Menschen möchten mehr arbeiten, werden aber in Betrieben nicht
entsprechend berücksichtigt.“

Rund 200.000 Teilzeitbeschäftigte würden ihre Arbeitszeit laut
Statistik Austria gerne erhöhen – finden aber in vielen Betrieben
keine Möglichkeit dazu. Die Gewerkschaft GPA fordert daher erneut
einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Erhöhung der Arbeitszeit, wenn
regelmäßig Mehrarbeit geleistet wird. „Es ist nicht nachvollziehbar,
dass sich Betriebe über Personalmangel beklagen, aber Beschäftigten,
die mehr arbeiten wollen, kein Recht auf Aufstockung zugestehen“,
sagt Teiber. „Hier liegt ein großes, ungenutztes Potenzial.“

Besonders Menschen über 50 sind von steigender Arbeitslosigkeit
betroffen. Gleichzeitig sind viele Betriebe auf der Suche nach
erfahrenen Beschäftigten. „Wer ältere Arbeitnehmer:innen pauschal
ausschließt, verschärft den Arbeitskräftemangel selbst“, so Teiber.
Es brauche daher mehr Verbindlichkeit für Unternehmen, ältere
Bewerber:innen fair zu berücksichtigen.