Alpbach/Tirol (OTS) – Mit der offiziellen Eröffnung der „Conference
Days“ ist das 82.
European Forum Alpbach (EFA) am Nachmittag in die zweite Woche
gestartet. Die erste große Diskussion auf der Bühne des Congress
Centrums Alpbach stand dabei unter dem Jahresmotto „How Europe Wins“.
Auf dem international besetzten Panel unterstrichen der ehemalige
italienische Ministerpräsident und EU-Reformer Enrico Letta, der
Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im indischen Parlament, Sashi
Tharoor und Olivia Lazard vom globalen Think Tank Berggruen
Institute, den Anspruch des EFA, die Suche nach Europas Erfolgsweg
nicht zu einer Nabelschau werden zu lassen.
Kein Erkenntnisproblem, sondern eine Umsetzungsschwäche
In seiner Eröffnungsrede vor gut 800 Gästen – unter ihnen EU-
Kommissar Magnus Brunner, die Bundesminister:innen Beate Meinl-
Reisinger, Claudia Bauer und Norbert Totschnig sowie Tirols
Landeshauptmann Anton Mattle – konstatierte EFA-Präsident Othmar
Karas, dass Europa in vielen Bereichen schon sehr genau wisse, was zu
tun sei. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern eine eklatante
Umsetzungsschwäche“, so Karas. Das EFA habe daher heuer den ganz
besonderen Anspruch, nicht weitere Analysen, sondern konkrete
Aktionen hervorzubringen.
Besorgt zeigte sich der EFA-Präsident über jene „Schlafwandler,
die davon ausgehen, dass nach den Krisen wieder alles werde wie davor
und von denen einige sogar nationalistischen Experimenten eine Chance
geben wollen“.
Mehr als 150 Programmpunkte an 4 Tagen
Bevor ab morgen bis inklusive Freitag rund 4.500 Gäste beim EFA
in mehr als 150 Programmpunkten das Thema „How Europe Wins“ mitsammen
bearbeiten, teilte Karas seine Conclusio: „Europa gewinnt, wenn wir
zusammen handeln.“ Die gesellschaftliche Mitte dürfe „die Ränder
nicht täglich mit Klagen und gegenseitigen Schuldzuweisungen füttern.
Hören wir auf zu jammern. Europa ist das, was wir daraus machen!“
Treffen der Staatsoberhäupter am Mittwoch
Das EFA selbst folgt diesem Motto in gewohnter Weise. Jene rund
700 Vertreter:innen der jungen Generation, die schon die letzte Woche
für die „Academy Days“ in Alpbach waren, werden auch an den
„Conference Days“ teilnehmen.
Ganz besonderen Besuch erwarten die Teilnehmer:innen in Alpbach
am kommenden Mittwoch. Da hat sich Österreichs Bundespräsident
Alexander Van der Bellen mitsamt seinen Amtskollegen aus Deutschland,
Luxemburg, Liechtenstein und Belgien angesagt. Im Rahmen eines
zweitägigen Treffens kommen sie beim EFA zu einer Arbeitssitzung und
einem Austausch mit Stipendiat:innen zusammen.




